Einfamilienhaus im Nordschwarzwald

Fotografie: Richard Becker, Steinheim

„Auszeichnung für beispielhaftes Bauen im Landkreis Freudenstadt und Calw 2003-2010“ der Architektenkammer Baden-Württemberg

Das Baugrundstück mit optimaler Südausrichtung liegt in der Ökosiedlung in Calw-Wimberg. Ziel war die Erstellung eines Gebäudes für eine Familie mit zwei bis drei Kindern in energieoptimierter Bauweise und modernem Erscheinungsbild.
Die Garage, das Wohnhaus und die Terrasse sind eine klare Addition von Baukörpern die durch Fugen voneinander getrennt sind. Die Baukörper umfassen den Garten und schützen ihn gegen Einblicke von den umgebenden Strassen. Die Materialwahl beschränkt sich im Äusseren auf naturbelassene Materialien. Das Wohnhaus hat ein skulpturales Erscheinungsbild und ist mit einer sägerauen, waagrechten Schalung aus sibirischem Lärchenholz verkleidet. Die Terrasse und die Garage wurden aus Beton erstellt und dieser sichtbar belassen. Die unterschiedlichen Materialien unterstreichen das additive Prinzip.
Der einfache Baukörper des Wohnhauses wird durch ein minimalistisches Erscheinungsbild mit ausgeprägter Detailarbeit geformt, die Funktionen des Inneren sind außen durch die Öffnungen und die Baukörperausformung ablesbar. Der Raum unter der Treppe wurde ausgespart und dient als Eingangsüberdachung. Das Gebäude folgt einer klaren inneren Konzeption. Im Süden befinden sich Wohnräume und Kinderzimmer, im Norden die Treppe, Garderobe, Hauswirtschaftraum etc.. Hierdurch ergeben sich im Süden großflächige Verglasungen, während zu den anderen Himmelsrichtungen nur kleinere gezielte Öffnungen in die Umgebung angeordnet sind. Die Technik befindet sich in einer Teilunterkellerung die durch die Fuge zwischen Garage und Wohnhaus betreten wird und zusätzlich, Brennstoffvorrat und Abstellräume beherbergt. Im Erdgeschoss befinden sich Wohnräume und Küche. Die Decke über dem Erdgeschoss wurde an die Wände im Obergeschoss gehängt, die als raumhohe Träger dienen. Somit kann der Südbereich des Erdgeschosses ohne tragende Wände auskommen und es entsteht  ein durchgängiger Raum von Ost nach West. Das WC steht als freier Körper mitten im Haus und ist durch seine Farbgebung hervorgehoben. Die einzelnen Funktionsbereiche gehen ineinander über und es entsteht ein fließender Raum der das ganze Haus durchzieht. Das Obergeschoss ist über das offene Treppenhaus mit Luftraum mit dem Erdgeschoss verbunden, der Bodenbelag läuft über eine Rampe bis in das Obergeschoss, die Treppenstufen sind aufgeschraubt. Im Obergeschoss befinden sich schließlich die Privaträume wie Schlaf- und Kinderzimmer. Es wurden auf hauptsächlich natürliche, unbehandelte Materialien wie Hanfdämmung, geöltes Parkett, unbehandeltes Holz etc. verwendet.

Das Haus wird über eine Holzpelletsanlage beheizt, welche durch Kollektoren nochmals unterstützt wird. Der Primärenergiebedarf beträgt ca 37 kWh/m²/a. Die großen Südfenster sorgen für optimalen Wärmegewinn und schaffen eine Verbindung zwischen Haus und Garten. Der sommerliche Wärmeschutz wird durch Aussenraffstoren gewährleistet. Die Nachtauskühlung erfolgt über von der Nordseite angesaugte Kaltluft die einbruchsicher in den Wohnraum geblasen wird. an höchster Stelle sitz ein motorbetriebenes Dachfenster das einen optimalen Wärmeabzug gewährleistet. Somit ist sichergestellt, dass durch Nachtauskühlung der Bauteile die Tageshöchsttemperaturen stark abgemildert werden.